Eine mystische Erfahrung

Transkript einer Schallplatte von Neville Goddard

"Eine mystische Erfahrung", 1960

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Wortwörtlich nehme ich den Spruch, dass die gesamte Welt eine Bühne ist. Und ich glaube, dass Gott alle Rollen spielt. Der Sinn des Spiels; den Menschen, die Schöpfung, zu Gott, dem Schöpfer zu transformieren. Gott liebte den Menschen, seine Schöpfung, und er wurde Mensch, im Glauben, dass dieser Akt der Selbsthingabe den Menschen, die Schöpfung, zu Gott, dem Schöpfer, transformieren würde.

 

Das Spiel beginnt mit der Kreuzigung Gottes am Mensch, als Mensch, und endet mit der Wiederauferstehung des Menschen als Gott. Gott wird, wie wir sind, damit wir sein werden, wie er ist. Gott wird Mensch, damit der Mensch erstens ein lebendes Wesen und zweitens ein lebensspendender Geist wird. Ich lebe, und doch bin es nicht ich, sondern Gott, der in mir lebt. Und das Leben, das ich jetzt im Fleisch lebe, lebe ich durch den Glauben Gottes, der mich liebte und sich für mich hingab. Gott nahm die Form des Menschen auf sich und wurde gehorsam bis zum Tod - dem Tod am Kreuz des Menschen.

 

Er ist gekreuzigt an Golgota, dem Schädel des Menschen. Gott selbst betritt die Tür des Todes, den menschlichen Schädel, und legt sich im Grab des Menschen nieder, um den Menschen zu einem lebenden Wesen zu machen. Gottes Gnade machte den Tod zum Schlaf, dann begann die erstaunliche und undenkbare Verwandlung des Menschen; die Transformation des Menschen zu Gott. Kein Mensch könnte, ohne die Hilfe der Kreuzigung Gottes, die Schwelle überschreiten, die ein bewusstes Leben zulässt. Aber nun haben wir eine Vereinigung mit Gott in seinem gekreuzigten Selbst.

 

Er lebt in uns, als unsere wundervolle, menschliche Vorstellungskraft. Somit ist der Mensch reine Vorstellungskraft, und Gott ist Mensch und existiert in uns und wir in ihm. Der ewige Körper des Menschen ist die Vorstellungskraft - DAS ist Gott selbst. Wenn er in uns aufsteigt, werden wir sein wie er, und er wird sein wie wir. Dann wird sich alles Unmögliche durch die Berührung der Erhabenheit auflösen, was seinen Aufstieg in uns zum Teil unserer Natur macht.

 

Hier ist das Geheimnis der Welt. Gott starb, um dem Menschen Leben zu geben und um den Menschen freizumachen. Denn wie bewusst sich Gott auch über seine Schöpfung ist, daraus folgt nicht, dass der Mensch, imaginativ erschaffen, sich Gottes bewusst ist. Damit dieses Wunder funktioniert, musste Gott sterben, um sich dann wieder als Mensch zu erheben. Niemand hat es je so klar ausgedrückt wie Blake. Blake sagt, oder eher hat Jesus gesagt, „Wenn ich nicht sterbe, kannst du nicht leben, aber wenn ich sterbe, werde ich wiederauferstehen, und du mit mir. Würdest du jemanden lieben, der nie für dich gestorben ist? Oder für jemanden sterben, der nicht für dich gestorben ist?"

 

Und wäre Gott nicht für den Menschen gestorben, und hätte er sich nicht auf ewig für den Menschen hingegeben, könnte der Mensch nicht existieren. Also stirbt Gott. Das heißt Gott hat sich freiwillig für den Menschen hingegeben, bewusst wurde er Mensch, und hat vergessen, dass er Gott ist - in der Hoffnung, dass der Mensch, so geschaffen, sich schließlich als Gott erheben würde. Gott bot dem Menschen sein eigenes Selbst so vollständig, dass er am Kreuz des Menschen schreit, "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Er hat komplett vergessen, dass er Gott ist.

 

Nachdem Gott aber in einem Menschen erwacht, wird dieser Mensch zu seinen Brüdern sagen: "Warum stehen wir zitternd hier herum, rufen Gott und Hilfe, und nicht uns selbst, dem Gott innewohnt. Dieser erste Mensch, der von den Toten auferstanden ist, ist bekannt als Jesus, die ersten Früchte jener, die in den Schlaf gefallen sind. Gott starb für den Menschen. Durch einen Menschen kam nun auch die Wiederauferstehung von den Toten; Jesus lässt seinen toten Vater auferstehen, indem er zu seinem Vater wird.

 

In Adam, dem allgemeinen Menschen, schläft Gott. In Jesus, dem individualisierten Gott, erwacht Gott.

 

Durch Erwachen wurde der Mensch, die Schöpfung, zu Gott, dem Schöpfer und kann wahrhaftig sagen, Bevor die Welt war, BIN ICH. So wie Gott sich, in seiner Liebe für den Menschen, so vollständig mit dem Menschen identifiziert hat, dass er vergessen hat, dass er Gott war, so muss der Mensch sich, in seiner Liebe zu Gott, Gott so vollständig hingeben, sodass er das Leben Gottes, und nicht länger das des Menschen lebt.

 

Gottes Spiel, welches den Menschen zu Gott transformiert, wird uns in der Bibel offenbart. Sie ist absolut konsequent in ihrer Bildsprache und Symbolik. Das Neue Testament ist verborgen im Alten Testament und das Alte ist im Neuen manifestiert. Die Bibel ist eine Vision, sie ist keine Lehre und kein Ritual. Das Alte Testament erzählt uns von Gottes Versprechen. Das Neue Testament erzählt uns nicht wie diese Versprechen erfüllt wurden, sondern wie sie erfüllt sind. Das zentrale Thema der Bibel ist die direkte, individuelle, mystische Erfahrung der Geburt des Kindes. Jenes Kind, von dem die Propheten sprachen "Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst - die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben." Wenn uns das Kind offenbart wird, dann sehen wir es, wir erfahren es, und die Antwort auf diese Offenbarung kann in den Worten von Hiob genannt werden: "Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen!" Die Geschichte der Inkarnation ist kein Gleichnis und keine sorgfältige neue Formel, um den Geist des Menschen zu versklaven, sondern eine mystische Tatsache. Es ist eine persönliche, mystische Erfahrung der Geburt des eigenen Selbst, aus dem eigenen Schädel, symbolisiert durch ein Kind, eingewickelt in Windelhosen, und auf dem Boden liegend.

 

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Hören von dieser Geburt des Kindes aus dem eigenen Schädel, einer Geburt, die kein Wissenschaftler und kein Historiker jemals erklären könnten, und der tatsächlichen Erfahrung dieser Geburt. Dieses wundersame Kind in deinen Händen zu halten, und mit deinen Augen zu sehen. Ein Kind, von oben geboren, aus deinem eigenen Schädel. Eine Geburt, konträr zu all den Gesetzen der Natur. Wie in den Evangelien geschrieben, geschieht das Ereignis im Menschen. Aber von diesem Tag, von dieser Stunde, wenn die Zeit kommen wird, damit das Individuum gesendet wird, weiß niemand, außer dem Vater. "Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden! Der Wind weht, wo er will und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist." Diese Offenbarung im Evangelium Johannes ist wahr.

 

Hier ist meine Erfahrung mit der Geburt von oben; Wie Paulus, habe ich es von keinem Menschen empfangen noch gelernt, sondern es kam durch die tatsächliche, mystische Erfahrung der Geburt von oben. Niemand kann wahrhaftig von dieser mystischen Geburt von oben sprechen, außer dem, der sie erfahren hat. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Geburt von oben buchstäblich wahr war, denn wer könnte vor der Erfahrung glauben, dass das Kind, der wunderbare Ratgeber, der starke Gott, der Ewig-Vater der Friedefürst in seinem eigenen Schädel eingewoben war. Wer würde vor der Erfahrung verstehen, dass sein Schöpfer sein Ehemann ist, und der Herr der Heerschare sein Name. Wer würde glauben, dass der Schöpfer in seine eigene Schöpfung, den Menschen ging und Mensch wurde, und dass der Eintritt in den Schädel des Menschen, die Vereinigung von Gott und Mensch, in einer Geburt des Sohnes, aus dem Schädel des Menschen resultiert. Eine Geburt, die diesem Menschen ewiges Leben und Vereinigung mit seinem Schöpfer auf ewig gibt. Wenn ich nun erzähle, was ich an jenem Abend erfahren habe, dann tue ich es nicht, um anderen meine Idee aufzuzwängen, sondern um jenen Hoffnung geben zu können, die sich, wie Nikodemus wundern, "wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?"

 

Nun, so geschah es mir: Ein himmlischer Traum, in dem die Kunst blühte, wurde plötzlich durch die intensivste Vibration an meiner Schädelbasis unterbrochen. Dann begann ein Drama, so real, wie jene, die ich erfahre, wenn ich vollständig wach bin. Ich fühlte mich innerhalb meines Schädels, in dem Versuch, mit Kraft herauszukommen. Etwas gab nach, und ich fühlte, wie ich mich Kopf abwärts zur Basis meines Schädels bewegte Centimeter für Centimeter quetschte ich mich heraus. Als ich fast draußen war, hielt ich mich an dem, was ich für den Fuß des Bettes hielt, und zog den verbleibenden Teil von mir aus meinem Schädel heraus. Da auf dem Boden, blieb ich für einige Sekunden liegen. Dann erhob ich mich und blickte auf meinen Körper auf dem Bett. Er lag auf dem Rücken, und warf sich von einer Seite zur anderen, wie jemand, der sich von großen Schmerzen erholt. Als ich ihn wahrnahm, in der Hoffnung, dass er nicht vom Bett fällt, wurde ich mir darüber bewusst, dass die Vibration, die das ganze Drama beginnen ließ, nicht nur aus meinem eigenen Kopf kam, sondern nun auch aus der Ecke des Raums kam. Als ich zur Ecke hinübersah, und mich fragte, ob die Vibration durch einen Wind entstanden sein könnte, ein Wind, stark genug, um das Fenster vibrieren zu lassen, konnte ich nicht glauben, dass die Vibration, die ich immer noch in meinem Kopf fühlte, mit dem in Verbindung stand, was aus der Ecke des Raums zu kommen schien. Zurück auf das Bett blickend bemerkte ich, dass mein Körper verschwunden war. An seiner Stelle saßen dort nun meine drei ältesten Brüder. Mein ältester Bruder saß dort, wo der Kopf war. Die anderen beiden saßen dort, wo die Füße waren. Keiner von ihnen schien mich wahrzunehmen, doch war ich mir ihrer bewusst, und konnte ihre Gedanken lesen. Plötzlich wurde ich mir der Realität meiner eigenen Unsichtbarkeit bewusst. Ich bemerkte, dass auch sie durch die Vibrationen gestört waren, die aus der Ecke des Raumes kamen. Mein dritter Bruder fühlte sich am meisten gestört und ging hinüber, um die Ursache für die Störung auszumachen. Seine Aufmerksamkeit wurde durch etwas auf dem Boden erregt. Hinunterschauend verkündete er "Es ist Nevilles Baby!" Meine beiden anderen Brüder sagten in höchst ungläubigem Ton "Wie kann Neville ein Baby haben". Mein Bruder hob den Säugling, eingewickelt in Windelhosen, und legte ihn aufs Bett. Mit meinen unsichtbaren Händen hob ich ihn hoch und fragte, "Wie geht es meinem Liebling?" Er sah mir in die Augen und lächelte und ich erwachte in dieser Welt, um über dieses großartigste meiner vielen mystischen Erfahrungen zu grübeln.

 

Von einer weiteren Vision werde ich erzählen - denn sie bestätigt die Wahrheit meiner Behauptung, dass die Bibel eine mystische Tatsache ist, dass alles, was über das versprochene Kind geschrieben steht, im Gesetz von Moses und den Propheten und den Psalmen ist, und es muss in der Vorstellungskraft des Einzelnen mystisch erfahren werden. Die Geburt des Kindes ist ein Zeichen, signalisiert in der Auferstehung der Patriarchen, in der Vorstellungskraft desjenigen, in dem das Kind geboren wird.

 

6 Monate nach der Geburt des Kindes begann eine Vibration, ähnlich der vorangegangenen, in meinem Kopf. Diesmal war die Intensität auf der Oberseite meines Kopfes zentriert. Dann gab es eine plötzliche Explosion und ich fand mich in einem modern eingerichteten Zimmer wieder Dort, an eine geöffnete Tür gelehnt, war mein Sohn David von biblischem Ruhm. Er war ein Bursche um die 12 Jahre alt. Was mich gewaltsam an ihm getroffen hat, war die ungewöhnliche Schönheit seines Gesichts und seiner Ausdruckskraft. Er war so, wie er im ersten Buch Samuel beschrieben wird: "Er war rötlich, mit schönen Augen und wohlgebildeter Gestalt." Nicht für einen Augenblick fühlte ich jemand anderes zu sein als Neville. Und doch wusste ich, dass dieser Bursche David mein Sohn war und er wusste, dass ich sein Vater war. Als ich dort saß und die Schönheit meines Sohnes wahrnahm, verblasste die Vision und ich erwachte.

 

Welche Schlussfolgerung kann aus diesen mystischen Erfahrungen gezogen werden;

 

 

(Audiofehler)

 

 

In der Vorstellungskraft des Menschen sind alle Patriarchen und Charaktere des Alten Testaments eingemeißelt. Und dass nach der Geburt des Kindes aus dem Schädel des Menschen, die Geburt dieses Menschen von oben kennzeichnend, die Wiederauferstehung der Patriarchen beginnt. Jeder wird seinerseits als der Sohn des Menschen offenbart, der aufersteht. Wenn alle von den Toten auferstanden sind, wird der Mensch, in dem sie auferstanden sind, wissen, dass er zu den Elohim gehört - der Gott, der Mensch wurde, damit der Mensch Gott werden kann.

 

 

 

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